Wenn es um das Brusttraining geht, sprechen viele von drei Bereichen: obere Brust, mittlere Brust und untere Brust. Dabei wird oft die Frage gestellt: Ist die obere Brust eigentlich wichtiger als die anderen Anteile? Oder reicht es, wenn man einfach nur Bankdrücken macht?

Anatomie: Ein Muskel, viele Faserverläufe
Der Brustmuskel, der Musculus pectoralis major, besteht anatomisch aus zwei Hauptteilen:
- Pars clavicularis (oberer Anteil) – beginnt am Schlüsselbein.
- Pars sternocostalis (mittlerer und unterer Anteil) – entspringt am Brustbein und den Rippen.
Auch wenn es sich um einen einzigen Muskel handelt, verlaufen die Fasern in unterschiedlichen Winkeln. Deshalb kann man die Belastung durch Trainingsvariationen auf verschiedene Bereiche verlagern.

Warum die obere Brust oft entscheidend wirkt
Viele Sportler haben das Problem, dass ihre Brust „unten schwer“ wirkt, aber im oberen Bereich flach bleibt. Das führt zu einer eher hängenden Optik, besonders bei Männern mit niedrigerem Körperfettanteil.
Eine gut entwickelte obere Brust sorgt hingegen für:
- eine vollere, ästhetischere Form
- einen optischen Übergang zu den Schultern
- eine stärkere V-Form des Oberkörpers
Gerade auf der Bühne im Bodybuilding oder beim Blick in den Spiegel macht die obere Brust oft den größten Unterschied.

Vergleich: Obere Brust vs. mittlere/untere Brust
- Mittlere Brust: Wird stark beim klassischen Bankdrücken beansprucht, daher bei den meisten Sportlern ohnehin dominant.
- Untere Brust: Kann mit Dips oder Negativbankdrücken betont werden, fällt aber optisch weniger ins Gewicht, wenn sie schwächer ist.
- Obere Brust: Bleibt bei reinem Flachbankdrücken häufig unterentwickelt, obwohl sie entscheidend für ein harmonisches Gesamtbild ist.

Beste Übungen für die obere Brust
| Übung | Ausführung | Besonderheit | Equipment |
|---|---|---|---|
| Schrägbankdrücken (Langhantel) | Bank 30–45° anstellen, kontrolliert drücken | Klassiker für den oberen Brustbereich | Langhantel, Schrägbank |
| Schrägbankdrücken (Kurzhantel) | Gleicher Winkel, freie Bewegung | Mehr Stretch und Balance | Kurzhanteln, Schrägbank |
| Schrägbank-Fliegende | Arme leicht gebeugt, Kurzhanteln nach außen/unten führen | Isolierter Stretch im oberen Brustbereich | Kurzhanteln |
| Kabelzüge von unten nach oben | Griffe von Hüfthöhe bis über Brust führen | Konstante Spannung auf oberer Brust | Kabelzug |
| Liegestütze mit Füßen erhöht | Füße auf Bank, Hände am Boden | Eigengewichtsfokus auf obere Brust | Bank oder Box |

Fazit
Ist die obere Brust wichtiger als die anderen Anteile?
Rein anatomisch: Nein, sie ist Teil des gleichen Muskels und sollte im Zusammenspiel mit mittlerem und unterem Anteil trainiert werden.
Optisch und praktisch: Ja, eine starke obere Brust sorgt für ein harmonisches, athletisches Gesamtbild – und ist deshalb oft der Schlüssel zu einer beeindruckenden Brustentwicklung.



